Das Wichtigste in Kürze #
Mit den Berichten zur generativen KI-Performance macht Google einen Teil der Sichtbarkeit in AI Overviews, AI Mode und generativen Funktionen in Discover separat messbar. Die Berichte zeigen derzeit vor allem Impressionen: also wie oft Links zu Seiten Ihrer Website in diesen KI-Funktionen eingeblendet wurden.
Das ist ein wichtiger Fortschritt, aber noch keine vollständige Erfolgsmessung. Separate Klicks, CTR, Suchanfragen und Positionen werden im KI-Bericht aktuell nicht ausgewiesen. Für Traffic, Leads und Umsatz brauchen Sie weiterhin die klassische Search Console und Analytics.
Nutzen Sie den KI-Performance-Bericht, um sichtbare Seiten und Trends zu erkennen. Bewerten Sie den geschäftlichen Wert erst im Zusammenhang mit organischem Traffic, Conversions und der Qualität der jeweiligen Inhalte.
Was ist der Google AI Performance Report? #
Google nennt die Funktion offiziell „Generative AI performance reports“. Es gibt zwei getrennte Berichte in der Search Console:
- einen Bericht für generative KI-Funktionen in der Google Suche,
- einen Bericht für generative KI-Funktionen in Google Discover.
Im Suchbericht werden derzeit AI Overviews und AI Mode berücksichtigt. Inhalte aus aktiven Search-Labs-Experimenten sind nicht enthalten. Die Berichte werden schrittweise ausgerollt; dass sie in Ihrer Property nicht erscheinen, ist daher kein Nachweis für fehlende KI-Sichtbarkeit.
Für die Grundlagen der Property-Einrichtung, Sitemap und klassischen Leistungsdaten lesen Sie zuerst unseren Ratgeber Google Search Console einrichten und richtig nutzen.
Welche Daten zeigt der Bericht? #
| Dimension | Search-Bericht | Discover-Bericht |
|---|---|---|
| Impressionen | Ja | Ja |
| Seiten | Ja | Ja |
| Länder | Ja | Ja |
| Geräte | Ja | Nein |
| Zeiträume und Trends | Ja | Ja |
Eine KI-Impression bedeutet: Ein Link zu Ihrer Seite wurde einem Nutzer innerhalb einer unterstützten generativen Funktion angezeigt. Sie zeigt nicht, ob der Link bewusst wahrgenommen, angeklickt oder in eine Anfrage umgewandelt wurde.
Welche Kennzahlen fehlen — und warum das wichtig ist #
Der dedizierte KI-Bericht weist aktuell keine separaten Klicks, Suchanfragen, CTR oder durchschnittliche Position aus. Damit lässt sich noch nicht beantworten, welche konkrete Nutzerfrage die Sichtbarkeit ausgelöst hat oder wie viel Traffic aus einzelnen AI Overviews stammt.
Die Daten aus generativen Suchfunktionen sind nicht vollständig neu: Google führt sie weiterhin im allgemeinen Leistungsbericht mit. Der neue Bericht schafft eine zusätzliche Sicht auf die Impressionen aus generativen Funktionen. Addieren Sie seine Werte deshalb nicht auf die Gesamtwerte der Search Console.
So werten Sie KI-Sichtbarkeit sinnvoll aus #
1. Eine Ausgangsbasis dokumentieren
Wählen Sie mehrere vollständige Wochen und halten Sie je wichtige Seite KI-Impressionen, Land, Gerät (im Suchbericht), Seitentyp und Thema fest. Ergänzen Sie klassische organische Impressionen, Klicks, Landingpage-Sitzungen und relevante Conversions.
2. Sichtbare Seiten nach Typ ordnen
Sortieren Sie die URLs beispielsweise in Ratgeber, Leistungsseiten, Kategorien, Vergleiche, Glossar und Unternehmensseiten. So erkennen Sie, welche Formate Google bereits in KI-Funktionen berücksichtigt. Eine hohe Zahl an Impressionen ist dabei kein Qualitätsurteil, sondern zunächst ein Signal für weitere Prüfung.
3. KI- und klassische Performance vergleichen
| Beobachtung | Sinnvolle Einordnung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Hohe KI-Impressionen und starke organische Werte | Inhalt funktioniert über mehrere Suchformate. | Aktualität sichern und verwandte Fragen vertiefen. |
| Hohe KI-Impressionen, geringe organische Klicks | Sichtbarkeit ist vorhanden, der Besuchswert bleibt unklar. | Antwortqualität, interne Wege und CTA prüfen. |
| Starke Rankings, geringe KI-Impressionen | Die Seite funktioniert klassisch besser. | Klare Antworten, Quellen und Informationsgewinn überprüfen. |
| Niedrige Werte in beiden Berichten | Nachfrage, Suchintention, Qualität oder Technik können begrenzen. | SEO-Basis und Content-Priorität neu bewerten. |
Diese Vergleiche zeigen keine Kausalität. Sie helfen aber, Seiten zu priorisieren, statt allein auf eine neue Kennzahl zu reagieren.
4. Änderungen nachvollziehbar dokumentieren
Notieren Sie zu jeder wichtigen URL Datum und Art der Änderung: neue Quellen, überarbeitete Antwortstruktur, stärkere interne Verlinkung, technischer Fix oder umfassende Aktualisierung. Prüfen Sie die Entwicklung erst nach mehreren Wochen. Wenn gleichzeitig Title, Inhalt, Design und interne Links verändert werden, ist die Wirkung später kaum belastbar einzuordnen.
Inhalte für AI Overviews und AI Mode verbessern #
Google verlangt kein spezielles KI-Markup und keine besondere Datei, um für generative Funktionen zugelassen zu werden. Die Grundlage bleibt klassische Suchqualität: crawlbare und indexierbare Seiten, zulässige Snippets, hilfreiche Inhalte, gute Nutzererfahrung und strukturierte Daten, die zum sichtbaren Inhalt passen.
Für KMU sind besonders sinnvoll:
- die Kernfrage gleich am Anfang eines Abschnitts konkret beantworten,
- Fachbegriffe und Zusammenhänge eindeutig benennen,
- eigene Erfahrung, nachvollziehbare Beispiele und Primärquellen ergänzen,
- Autoren, Aktualisierungsdatum und Verantwortlichkeit sichtbar machen,
- von allgemeinen Ratgebern auf passende Leistungs- oder Detailseiten verlinken.
Das erhöht keine Aufnahmegarantie. Es stärkt aber gleichzeitig die klassische SEO-Qualität und die Eignung als verständliche Quelle. Die konkrete Optimierungsseite dazu finden Sie in unserem Beitrag AI Overviews optimieren.
KI-Sichtbarkeit bewusst ein- oder ausschließen #
Google stellt für einen Teil der Properties inzwischen eine „Search generative AI control“ bereit. Sie steuert, ob Links und Inhalte Ihrer Website in AI Overviews, AI Mode und generativen Discover-Funktionen erscheinen dürfen. Die Einstellung wird ebenfalls schrittweise ausgerollt.
Ein Ausschluss verhindert Sichtbarkeit, Impressionen und Traffic aus diesen Funktionen. Google beschreibt ihn nicht als Ranking- oder Einschlusssignal für andere Bereiche der Google Suche. Für die meisten Unternehmen ist ein vorschneller Ausschluss daher nicht sinnvoll; prüfen Sie ihn nur bei klaren rechtlichen, lizenzrechtlichen oder wirtschaftlichen Gründen.
Wichtig: Google-Extended steuert die Verwendung für bestimmte Gemini- und andere Google-KI-Modelle außerhalb der Suche. Es ist nicht der Schalter für AI Overviews oder AI Mode in der Google Suche.
Monatlicher Check für KI-Sichtbarkeit #
- KI-Impressionen der letzten Wochen mit dem vorherigen Zeitraum vergleichen.
- Seiten mit der höchsten Sichtbarkeit nach Seitentyp und Thema einordnen.
- Länder und im Suchbericht Geräte auf auffällige Unterschiede prüfen.
- Organische Performance und Conversions derselben Landingpages ergänzen.
- Eine konkrete Qualitäts- oder Verlinkungsmaßnahme mit Kontrolltermin festlegen.
Fazit #
Die generativen KI-Berichte schaffen erstmals eine gesonderte Sicht auf die Reichweite Ihrer Website in Google AI Overviews, AI Mode und Discover. Noch messen sie vor allem Sichtbarkeit, nicht den Geschäftserfolg. Wer jetzt sauber dokumentiert, Seiten sinnvoll priorisiert und weiterhin auf hilfreiche, vertrauenswürdige Inhalte setzt, baut dennoch eine belastbare Grundlage für die nächste Stufe der KI-Suche auf.